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Hydratation und Krafttraining: Warum sie für den Fortschritt unerlässlich sind

Sie absolvieren eine Trainingseinheit nach der anderen, steigern allmählich die Gewichte, Ihre Ernährung ist optimal... und doch stagnieren Ihre Leistungen. Sie ermüden schneller und die Erholung scheint länger zu dauern. Was, wenn das Problem nicht an Ihrem Trainingsplan oder Ihrer Ernährung liegt, sondern einfach am Wassermangel?

Die Flüssigkeitszufuhr im Krafttraining ist ein oft vernachlässigter, aber entscheidender Leistungsfaktor. Doch wie viel sollte man genau trinken? Vor, während oder nach dem Training? Genügt Wasser allein oder sollten Elektrolyte hinzugefügt werden?

 

Warum die Flüssigkeitszufuhr im Krafttraining entscheidend ist

Physiologische Auswirkungen von Wasser auf die Muskeln

Ihre Muskeln bestehen zu etwa 70 bis 75 % aus Wasser. Dieser hohe Anteil erklärt, warum Ihr Hydratationsniveau sofort ihre Funktion beeinflusst.

Konkret fördert eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr den Ionenaustausch (Natrium, Kalium, Kalzium), der für die Übertragung von Nervenimpulsen und die Aktivierung der Muskelfasern notwendig ist.

Wenn Ihre Muskelzellen gut hydriert sind, erhöht sich ihr Volumen und es entsteht eine Spannung auf der Zellmembran. Letztere wird vom Körper als Anabolismus-Signal (Muskelaufbauprozess) interpretiert und fördert so die Proteinsynthese, die für die Muskelentwicklung notwendig ist (Häussinger et al., 1993).

Eine angemessene Hydratation erhält zudem Ihr Blutvolumen. Dies ermöglicht den optimalen Transport von Sauerstoff und Nährstoffen (Aminosäuren, Glukose, Kreatin…) zu den aktiven Muskeln und erleichtert die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen, die während der Anstrengung entstehen.

Folgen einer Dehydration während des Trainings

Laut Beobachtungen einer Studie, die 2007 in Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht wurde, scheint eine Dehydration von 2,4 % einen Einfluss auf die Fähigkeit zu haben, die Leistung über aufeinanderfolgende Sätze bei Widerstandsübungen aufrechtzuerhalten.

Neuere Daten deuten zudem darauf hin, dass Hypohydratation (leichte Dehydration) nicht systematisch die maximale Kraft beeinflusst, aber die Ermüdungsresistenz und die Leistung bei längeren Anstrengungen reduzieren kann (Francisco et al., 2024).

Konkret:

  • Sie absolvieren weniger Gesamtvolumen;
  • Sie verlieren an Intensität im Laufe der Sätze;
  • Sie erholen sich schlechter zwischen den Trainingseinheiten.

 

Wie viel sollte man beim Krafttraining trinken?

Zeitpunkt

Empfohlene Menge

Vorher (4 Std.)

5 bis 7 ml/kg

Vorher (2 Std.)

+3 bis 5 ml/kg bei dunklem Urin

Während

400 bis 800 ml/h

Nachher

1,5 L/verlorenes kg

Diese Daten stammen aus den Empfehlungen des American College of Sports Medicine (ACSM).

Vor dem Training

Es wird empfohlen, früh genug vor dem Training mit der Flüssigkeitszufuhr zu beginnen.

Trinken Sie allmählich etwa 5 bis 7 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht (d.h. ≈ 350 bis 500 ml für 70 kg) in den 4 Stunden vor Ihrer Krafttrainingseinheit.

Ergänzen Sie bei Bedarf mit 3 bis 5 ml/kg (d.h. ≈ 200 bis 350 ml für 70 kg), wenn Ihr Urin dunkel oder spärlich ist, etwa 2 Stunden vorher.

Kombinieren Sie diese Einnahme idealerweise mit einer Zufuhr von Natrium (Snack mit salzigen Lebensmitteln, Wasser angereichert mit Elektrolyten), um die Flüssigkeitsretention zu fördern.

Während des Trainings

In dieser Phase müssen Sie den Schweißverlust allmählich ausgleichen, ohne übermäßig viel zu trinken, um Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden.

Die ACSM schlägt einen Bereich von etwa 400 bis 800 ml Wasser pro Stunde als allgemeine Richtlinie für Sportler vor.

Passen Sie diese Empfehlung jedoch an Ihre tatsächlichen Bedürfnisse an, die insbesondere abhängen von:

  • der Intensität der Anstrengung;
  • der Dauer der Krafttrainingseinheit;
  • der Umgebungstemperatur;
  • Ihrem Schweißniveau.

Nach dem Training

Nach einer klassischen Trainingseinheit (45 bis 90 Minuten, temperierter Raum, mäßiges Schwitzen) reicht eine normale Flüssigkeitszufuhr in der Regel aus, um das Flüssigkeitsgleichgewicht wiederherzustellen.

Wenn Sie jedoch stark geschwitzt haben (sehr intensive körperliche Aktivität, große Hitze, Krafttraining in Verbindung mit Cardio, z.B. CrossFit, oder Doppeltraining), muss die Flüssigkeitszufuhr zur Erholung gezielter erfolgen.

Konsumieren Sie etwa 1,5 Liter Flüssigkeit pro verlorenem Kilogramm Körpergewicht, schrittweise in den Stunden nach dem Training, in Verbindung mit einer natriumhaltigen Mahlzeit.

 

Welche Getränke sollte man beim Krafttraining bevorzugen?

Sehen wir uns nun an, welche Arten von Getränken empfohlen werden.

Alleiniges Wasser: nützlich, aber manchmal unzureichend

Wasser, ob still oder sprudelnd, bleibt die Grundlage für die tägliche Flüssigkeitszufuhr und während kurzer bis mäßiger Trainingseinheiten. Es enthält weder Elektrolyte noch Kohlenhydrate, was seinen Nutzen bei sehr langen, sehr intensiven Krafttrainingseinheiten oder bei großer Hitze einschränken kann.

Wasser + Elektrolyte: eine Lösung für Leistung und Erholung

Die Verwendung von Elektrolyten im Krafttraining wird relevant, wenn Ihre Trainingseinheiten lang, intensiv, im Sommer durchgeführt oder mit starkem Schwitzen verbunden sind.

Natrium ist das Schlüssel-Elektrolyt für eine effektive Flüssigkeitszufuhr. Dieses Mineral erleichtert die Wasseraufnahme und begrenzt die Diurese nach dem Training.

Kalium und Magnesium sind an der Muskel- und Nervenfunktion beteiligt, spielen aber eine untergeordnete Rolle bei der Rehydratation.

Isotone, hypotone und hypertone Getränke

Sportgetränke zeichnen sich durch ihre Konzentration an Kohlenhydraten und Elektrolyten aus.

Isotonisch (6 bis 8 % Zucker + Elektrolyte): relevant, wenn Ihre Trainingseinheit 60 bis 90 Minuten überschreitet, wenn Sie viele Sätze absolvieren, in Zirkeltraining arbeiten oder stark schwitzen. Sie liefern sowohl Flüssigkeit als auch Energie.

Hypotonisch (geringer Kohlenhydratgehalt): nützlich, wenn Ihre Priorität eine schnelle Flüssigkeitszufuhr mit guter Verdauungsverträglichkeit ist. Sie eignen sich gut für Trainingseinheiten in warmen Räumen oder bei starkem Schwitzen.

Hypertonisch (zuckerreich): während des Trainings zu vermeiden, da sie die Magenentleerung verlangsamen. Sie sind nach dem Training relevanter, um die Energiereserven aufzufüllen.

Natürliche Alternativen

Neben Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen tragen wasserreiche Obst- und Gemüsesorten zu Ihrer täglichen Flüssigkeitszufuhr bei.

Kokoswasser kann auch nach dem Training eine interessante Option sein, insbesondere dank seines natürlichen Gehalts an Kalium und Magnesium.

Magermilch oder teilentrahmte Milch, reich an Proteinen, wird oft als wirksames Getränk zur Muskelregeneration und Rehydratation genannt (Shirreffs et al., 2007).

 

Hydratation im Krafttraining: Praktische Tipps

Nicht auf Durst warten

Das Durstgefühl tritt oft spät auf, wenn die Dehydration bereits eingesetzt hat (Cheuvront & Kenefick, 2014). Es ist daher besser, vorausschauend zu handeln, indem man regelmäßig trinkt, auch ohne Durst. Teilen Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr während des Trainings auf (z.B. 100 bis 200 ml alle 10 bis 20 Minuten).

Kombination von Wasser und Elektrolyten bei intensiven Anstrengungen oder Hitze

Um den Wasser- und Mineralstoffverlust in diesen Situationen auszugleichen, können Sie:

Bei Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen oder diuretischer Behandlung sollte die Zugabe von Natrium mit einem Arzt besprochen werden.

Hydratationsstrategie für einen typischen Trainingstag

Hier ist ein Beispiel für die Flüssigkeitszufuhr an einem Trainingstag für einen Kraftsportler mit 80 kg Körpergewicht:

  • Vormittag (Aufwachen → Mittag) : 500 bis 800 ml;
  • Vor dem Training (1–2 Std.) : 400 bis 600 ml;
  • Während des Trainings : 500 bis 800 ml;
  • Nach dem Training (4 Std.) : 500 ml bis 1 L + Mahlzeit;
  • Nachmittag / Abend : bei Durst weiter trinken.

 

FAQ

Wie viel Wasser sollte man beim Krafttraining trinken?

Der Bedarf variiert von Person zu Person je nach Schweißprofil, Akklimatisierung an die Anstrengung und Umgebungstemperatur. Rechnen Sie mit etwa 5 bis 7 ml pro Kilo 4 Stunden vorher, dann 400 bis 800 ml während des Trainings. Trinken Sie nach dem Training etwa 1,5 Liter pro verlorenem Kilogramm.

Sollte man während des Trainings trinken oder erst danach?

Idealerweise sollten Sie während und nach dem Training trinken. Trinken während des Trainings hilft, die progressive Dehydration zu begrenzen. Die Hydratation nach dem Training gleicht die durch Schwitzen entstandenen Verluste aus und fördert die Regeneration.

Sind Elektrolyte unerlässlich?

Nein, nicht systematisch. Sie werden vor allem bei starkem Schwitzen, Hitze oder langen und intensiven Trainingseinheiten nützlich. Natrium ist das Schlüsselelement, das ausgeglichen werden muss.

Welches Getränk beschleunigt die Muskelregeneration?

Ein Getränk, das Kohlenhydrate, Proteine und Elektrolyte enthält, kann eine schnellere Regeneration nach dem Training fördern. Magermilch, Getränke auf Molkebasis oder bestimmte Regenerationsgetränke können interessant sein.

Stilles oder kohlensäurehaltiges Wasser für den Sport?

Stilles Wasser wird während der Anstrengung im Allgemeinen besser vertragen. Kohlensäurehaltiges Wasser hydriert ebenfalls, kann aber bei manchen Menschen Blähungen verursachen. Die Wahl hängt also von Ihrer individuellen Verträglichkeit ab.

Wie erkenne ich, ob ich dehydriert bin?

Achten Sie auf die Farbe Ihres Urins: Ein hellgelber Farbton deutet im Allgemeinen auf eine gute Hydratation hin, während ein dunkles Gelb auf eine Dehydration hindeuten kann. Dieser Indikator kann jedoch durch die Ernährung oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel beeinflusst werden. Starker Durst, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen und ein plötzlicher Leistungsabfall sind ebenfalls Warnsignale.

 

Fazit

DieHydratation im Kraftsport ist nicht nur ein Glas Wasser, wenn der Durst zwischen zwei Sätzen aufkommt. Sie muss alsStrategie betrachtet werden, da sie sich direkt auf Ihre Fähigkeit auswirkt, Wiederholungen zu absolvieren und Ihr Trainingsvolumen zu erhalten.

Wissenschaftliche Daten bestätigen, dass selbst ein geringer Flüssigkeitsverlust die Muskelausdauer, Kraft und Leistung reduzieren und gleichzeitig die Anstrengungswahrnehmung erhöhen kann.

Passen Sie Ihre Zufuhr vor, während und nach dem Training an und integrieren Sie bei Bedarf Elektrolyte.

 

Bibliographie

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